Scarlett Johansson löst Kontroversen aus, weil sie akzeptiert hat, einen Transmann zu spielen

Für ihre zweite Zusammenarbeit lösen Scarlett Johansson und Rupert Sanders erneut eine Polemik aus. Internet-User werfen ihnen in der Tat dafür, dass in Rub & Tug eine Cisgender Schauspielerin einen Transmann darstellt.

Ghost in the Shell. (© Paramount Pictures)

Nach Ghost in the Shell ernten Scarlett Johansson und Rupert Sanders erneut massive Kritik. Letztes Jahr wurde der Schauspielerin und dem Regisseur Whitewashing vorgeworfen, weil Scarlett Johansson die Rolle von Major Motoko Kusanagi übernommen hatte. Und nun wird ihre Freude über die erneute Zusammenarbeit am Set von Rub & Tug von neuen Vorwürfen überschattet.

Den Internetnutzern gefällt es eben nicht, dass eine Schauspielerin ausgewählt wurde, um Jean Marie Gill aka Dante "Tex" Gill zu spielen. Dieser Transmann war für seinen Einfluss in der Pittsburgher Unterwelt der siebziger Jahre bekannt, insbesondere mit seinen Massagesalons im Milieu der Prostitution.

Auf Twitter wurde Scarlett Johansson scharf kritisiert und beschuldigt, einem Transgender-Schauspieler diese Rolle weggenommen zu haben. Die Schauspielerin reagierte umgehend, in dem sie in Bustle ihre Angreifer dazu einlud, Dallas Buyers Club oder Transparent unter die Lupe zu nehmen. In diesen Filmen haben Jared Leto und Jeffrey Tambor eine Transfrau dargestellt. Der Erste wurde für seine Verwandlungsrolle sogar mit einem Oscar ausgezeichnet.

Aber in den letzten Jahren fordert die LGBTQ+ Community aus Gründen der Authentizität, Vielfalt und Repräsentation, dass Trans-Rollen von Trans-Schauspielern oder -Schauspielerinnen interpretiert werden. Einige Trans-Schauspieler beginnen langsam ein wenig Berühmtheit zu erlangen. Wir denken insbesondere an Laverne Cox in Orange ist der New Black, die es vor kurzem auf das Cover Cosmopolitan geschafft hat oder an Jamie Clayton in Sense8.

Diese neue Kontroverse wird sicher bald etwas abkühlen, aber doch irgendwie weiter am Image des Films nagen. Denn hinter diesem Film geht es hier vor allem um ein echtes gesellschaftliches Thema.

Von Lucille Bion, veröffentlicht am 05/07/2018