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Sagt Hallo zu Farout, dem neuen Zwergplaneten unseres Sonnensystems

Das kleine Himmelsgestirn mit einem Durchmesser von 500 Kilometern ist 18 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, dreieinhalb Mal weiter als Pluto.

Planète naine Farout, avec le soleil en arrière-plan.

(© Carnegie Center)

Welcher Planet ist eurer Meinung nach der am weitesten von der Sonne entfernte? Pluto vielleicht?! Fast! Bisher hielt Eris, ein Zwergplanet der grösser als Pluto ist und 2003 entdeckt wurde mit twa 68 UA (astronomische Einheit für die Entfernung zwischen Sonne und Erde) den Rekord. Damit ist Eris übrigens fast doppelt so weit von der Sonne enternt wie Pluto. Seit dem 18. Dezember wird Eris nun aber von einem neuen Zwergplaneten entthront, der noch weiter weg liegt und passend "Farout" – "Ganz weit weg" getauft wurde. Wie weit weg der liegt? 120 UA von der Sonne, was einer Strecke von fast 18 Milliarden Kilometern entspricht. Sehr, sehr weit in der Kälte des Weltalls also, und in einem Gebiet, das bisher als völlig leer galt.

2018 VG18, wie er von der Astronomischen Union getauft wurde, misst etwa 500 Kilometer im Durchmesser, ist blau-rosa gefärbt und besteht hauptsächlich aus Eis. In einer solchen Entfernung zur Sonne ist der Gravitationseinfluss des Sterns viel weniger zu spüren: deshalb drehen sich weiter entfernte Planeten im Orbit bedeutend langsamer. Obwohl es immer noch schwierig ist, die Geschwindigkeit von Farout genau zu messen, glauben die Astronomen, dass es mehr als 1000 Jahre dauert bis eine sich Farout einmal komplett um die eigene Achse dreht.

Neben seinem Distanz-Rekord (Farout ist das erste derart massive Objekt, das über 100 UA hinaus entdeckt wurde) ist der Zwergplanet aus mehreren weiteren Gründen höchstinteressant. Dank Farout kann die bis in die 1990er Jahre aufrechterhaltene Annahme, dass jenseits des Kuiper-Gürtels (ca. 50 UA von der Sonne) alles andere leer ist, endgültig zerschmettert werden. Natürlich ist es schwierig die Existenz von Zwergplaneten, die derart weit entfernt sind zu messen. Die Entdeckung von Farout gelang nur mithilfe des japanischen Subaru-Teleskops auf Hawaii, das aufeinanderfolgende Bilder vom gleichen Punkt des Himmels nimmt, die dann vom Wissenschaftler verglichen werden. 

Zusätzlich könnte die Umlaufbahn von Farout ein wenig Aufschluss für die Astronomen auf der Suche nach dem hypothetischen Planeten X geben, einem massiven Stern, der sich in den Tiefen des Weltraums und den Beobachtungen der Astronomen zufolge in inkohärenten Umlaufbahnen in den Vororten von Sonnensystemen befindet.

Tatsächlich ist Farout der zweite Zwergplanet, der in wenigen Monaten von demselben Team in einer solchen Entfernung entdeckt wurde: Im Oktober entdeckte das Carnegie Center bereits Goblin, einen eisigen Zwergplaneten, der 2,5 mal weiter entfernt liegt als Pluto. Und, ihr habt es schon geahnt, eine äusserst ungewöhnliche Umlaufbahn hat. Wenn Farout auch eine solche Anomalie aufzeigt, kann das ein weiterer Beweis dafür sein, dass etwas, das gross genug ist, um einen Zwergplaneten in seiner Gravitation anzulocken, auch zu den Grenzen unseres Sonnensystems wandert – was dazu führen könnte, dass eines Tages all unsere Aufzeichnungen obsolet werden.

Von Thibault Prévost, veröffentlicht am 19/12/2018

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