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In China werden Schüler über GPS in ihren Uniformen in Echtzeit lokalisiert

Der Sender soll sicherstellen, dass die Schüler den Unterricht nicht schwänzen, und sie auf Schritt und Tritt verfolgen.

Elèves chinois portant des uniformes bleus.

Chinesische Schüler in ihren Uniformen (ohne GPS-Sender). (© Tim Graham/Getty Images)

Leider können wir das neue Jahr nicht nur mit guten Nachrichten beginnen. Die wenig erfreulichen Informationen kommen aus China, dem Königreich der technologischen Überwachung. Dort werden ab sofort Uniformen mit GPS und RFID-Chips hergestellt, die es ermöglichen, Schüler in Echtzeit zu orten.

Laut Global Times, der chinesischen Staatszeitung, wurde dieses Gerät bereits 2016 in der Provinz Guizhou und in der Region Guangxi im Süden des Landes getestet. Insgesamt tragen bereits 800 Schüler in zehn Schulen diese sogenannten "intelligenten" Uniformen - die strengste Schuluniform der Welt.

Dank dieses Schmuckstücks der Technik wissen Lehrkräfte und Eltern in Echtzeit, ob sich die Schüler im Klassensaal oder ausserhalb der Einrichtung befinden. Wenn einer der Schüler vom Unterricht fernbleibt, wird ein "automatischer Stimmalarm" ausgelöst (wahrscheinlich am Ausgang der Einrichtung).

Schulschwänzern und Betrügern wird so bereits im Ansatz das Fürchten gelehrt: Eine Gesichtserkennung-Software gepaart mit dem Chipsystem sorgt dafür, dass die Schüler ihre Uniformen nicht austauschen. Ziemlich smart.

Abacus News liefert uns noch zusätzliche Informationen: Über eine App können übervorsichtige Helikopter-Eltern einen Videostream ihres gefilmten Nachwuchses wiederherstellen und zwar genau dann, wenn das Gesicht des Kindes beim Betreten der Schule vollständig gescannt wird. In was für wundervollen Zeiten wir doch leben. Btw, erinner das doch ein bisschen an die Episode "Arkangel " der 4. Staffel von Black Mirror. Creepy.

Und wenn Schüler sich ausserhalb der Einrichtung befinden? "Kann sein Standort nicht exakt festgestellt werden", gibt ein Sprecher der Guizhou Guanyu Technology Company ziemlich zögerlich. Die umgerechnet 20 Euro für die Uniform, die mittlerweile in den meisten Schulen Chinas verkauft wird, gehen natürlich auf Kosten der Eltern.

Die gute Nachricht: Die Anwesenheit der Schüler in den Schulen hat stark zugenommen. Hallelujah. Was die Uniform betrifft, so kann sie bis zu 500 Waschzyklen durchlaufen, bevor sie den Geist aufgibt. Amen.

Von Pierre Schneidermann, veröffentlicht am 27/12/2018