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Bald ist es soweit: China greift die dunkle Seite des Mondes an

Die Mission Chang’e 4 könnte uns mehr über die Entstehung des Sonnensystems lehren.

(© Konbini)

Am Samstag, 8. Dezember, hat China eine neue Mission angestossen: Eine Rakete soll auf der uns abgewandten, dunklen Seite des Mondes landen. Bisherige Mondmissionen der USA und der ehemaligen UdSSR mit Robotergerätschaften und Menschen hatten stets die sichtbare Seite zum Ziel.

Wie uns The Verge berichtet, wäre die Landung auf dieser unbekannten Hemisphäre eine echte Leistung, da eine Funkverbindung zwischen Mond und Erde nicht direkt durchgeführt werden kann. Also müssen Signale gestaffelt über einen zusätzlichen Punkt übermittelt werden, was zusätzliches Material benötigt.

Eben dieses Material befindet sich im Besitz Chinas. Im vergangenen Mai schickte die chinesische nationale Raumfahrt-Administration den Satelliten Queqia los, der dank seiner gekrümmten Antenne 60.000 Kilometer über der Mondoberfläche als Relais fungieren wird.

Während dieser Mission namens "Chang'e 4" hoffen die Chinesen, das Südpol-Aitken-Becken zu erkunden, einen riesigen Krater von 2500 km Breite und 12 km Tiefe. Die Erkundung der Landschaften könnte uns mehr über die Geschichte der Entstehung des Sonnensystems und die meteorologischen Ereignisse erzählen, die sich dort abspielten.

Tatsächlich sind die bisher untersuchten Meteoriteneinschläge vorerst vom sogenannten "Grossen Bombardement" abgeleitet, das laut den wahrscheinlichsten Annahmen vor 3,9 Milliarden Jahren stattgefunden haben soll. Wenn das Becken des Südpol-Aitken es erlaubt, diese Periode der meteorologischen Bombardierung nach zu konstruieren, dann wäre es womöglich auch notwendig, unsere Ursprungsgeschichte zu überarbeiten.

Von Pierre Schneidermann, veröffentlicht am 07/12/2018