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Zitrone mit Peterli zum Znacht? So absurd sind Food-Serviervorschläge

mmh fein!

Vermutlich merkt ihr's gar nicht, aber wenn ihr das nächste Mal einkaufen geht, dann schaut doch einfach mal etwas genauer auf die Food-Verpackungen. Ihr werdet darauf immer wieder das Wort «Serviervorschlag» finden. Überall, wo ein Produkt schmackhaft, hübsch und säuberlich dekoriert daherkommt, ist der «Serviervorschlag» nicht weit entfernt. 

Sieht viel besser aus als in der Packung; das Peterliblatt machts aus! © Konbini

Manchmal ergibt das Sinn, wie auf dem Bild hier. Die Mikrowellenspaghetti sieht wirklich feiner aus, wenn sie in einem anständigen Teller serviert wird (schmeckt auch besser, versprochen! Probiert's mal in der Budenkantine!). Und mit ein wenig Peterli-Deko und einem Hauch Pfeffer drüber sieht's schon fast aus wie beim Sternekoch. 

Genau dieses Peterliblatt und die paar Pfefferraspel sind auch der Grund, weshalb auf der Packung dieses ominöse Wort «Serviervorschlag» steht. Weil in der Packung weder Peterli noch Pfeffer drin sind, ist das nämlich ein heikler Fall. Irreführung, ja sogar Bschiss könnte man meinen (auch wenn im ganzganz kleinen Rahmen). Und deshalb wird, wo auch immer irgendwas auf einem Food-Foto ist, was nicht wirklich in der Verpackung mitgeliefert wird, darauf aufmerksam gemacht, dass das nur ein Serviervorschlag ist. Rechtlich sind Migros, Coop & Co. so abgesichert.

Plötzlich wieder ganze Tomaten

Blöd ist's trotzdem. Denn das Wort «Serviervorschlag» heisst auf Essensverpackungen längst nicht mehr, was es eigentlich bedeutet. Die Händler verwenden es für ganz andere Dinge. Sind irgendwo Tomaten drin, seien sie getrocknet, gedörrt, zermantscht, verschnetzelt oder auch nur in Spuren enthalten, könnt ihr sicher sein: Auf der Verpackung ist eine frische, rotbackige Tomate zu sehen. Und daneben? Klar, «Serviervorschlag».

Dasselbe gilt für gemahlene Nüsse, Mandeln & Co. Weil die Kunden ja nicht wissen, wie Haselnüsse aussehen, wenn sie ganz sind.

Und wenn uns Hirse so serviert wird, kriegt sie der Koch also zurück:

© Konbini

Reis? Mögen wir sowieso am liebsten blutt. Und garniert mit Kräutern und zwei rohen, ungeschälten Zwiebeln. Mmmh!

© Konbini

Im Internet sind unzählige derartige Absurditäten zu finden. Das Motto der Food-Produzenten scheint dabei zu sein: Lieber einmal zu viel absichern als einmal zu wenig. Anders ist dieser Wasser-Serviervorschlag kaum zu erklären:

Unser letztes Beispiel hat einen ganz anderen Denkfehler gemacht. Die veganen Grissini ohne Beilage zu essen, schien den Herstellern wohl etwas gar trocken. Also dachten sie sich tatsächlich einen wortwörtlichen Serviervorschlag aus. Nur, wenn man sich mit einem Vegan-Label brüstet, tät's wohl nicht schlecht, wenn man's dann auch durchziehen würde...

Wem's also demnächst im Laden mal langweilig ist: Sucht euch einfach ein paar Foodpackungen und haltet Ausschau nach witzigen Serviervorschlägen. Viel Spass!

Von Matthias Gräub, veröffentlicht am 13/06/2019

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