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Video: Zwei Zürcher Brüder suchen in einem Dokumentarfilm nach alternativen Lebensformen

Kein Geld? Keine Arbeit? Kein Problem.

«Was ist überhaupt die Frage?»

Diese Frage über die Frage stellen sich die beiden Zürcher Brüder und Filmemacher Gilles und Leander Goetsch in ihrem Dokumentarfilm Alternativen, der seit Mitte März auf Youtube zu sehen ist. 

Gar nicht so einfach, aber letztlich finden sie die Frage, um die es ihnen geht, auf ihrer Suche nach Menschen mit alternativen Lebensformen.

«Was möchte ich kreieren? Was mache ich mit meinem endlichen Dasein?»

In ihrer Dokumentation suchen die beiden Filmemacher nach Inspirationen. Nach Menschen, die nicht ganz nach der gesellschaftlichen Norm leben. Kein Haus haben, keine Arbeit, kein Geld oder kaum Kleider. Mit einem Aufruf auf der Onlineplattform Ron Orp haben sie nach solchen Leuten gesucht und einige interessante Menschen gefunden, die im Film das gute Dutzend Protagonisten darstellen.

Da ist etwa Kevin, der Mittdreissiger, der von der 180-Quadratmeter-Loft in einen Zirkuswagen umgezogen ist und sagt: 

«Die Leute finden das mega spannend; sie finden jede reduzierte Wohnform spannend. Aber vorstellen, selber so zu leben – das kann sich kaum jemand.»

Auf noch kleinerem Raum lebt ein anderer, Kumar, der digitale Nomade mit dem VW-Bus. Er nimmt einiges in Kauf für ein Leben auf Achse.

«Das ist eine Freiheit, die kann man nicht in Zahlen darstellen.»

Screenshot: Youtube

Andere Protagonisten der Doku beschränken sich nicht in Sachen Wohnraum, sondern in anderen Dingen. Modedesignerin Zippora etwa hat sich entschieden, ein Jahr lang jeden Tag dasselbe Kleid zu tragen. Dazu meint sie:

«Wir können jeden Tag so viele Entscheidungen treffen. Ich glaube nicht, dass uns das glücklich macht.»

Screenshot: Youtube

Eine andere junge Frau, die sich im Film zu Wort meldet, erzählt, sie würde seit Kindesalter stets das tun, was ihr Freude macht statt das, was ihr Geld bringt. Als sie mal blank war, startete sie auf Facebook einen Aufruf: «Wer möchte mir etwas Geld schenken?» Damit sei sie sogar erfolgreich gewesen.

Das Filmemacher-Brüderpaar reist letztlich nach Deutschland, zum Minimalisten-Papst, dem fast 70-jährigen Joachim Klöckner, der seit Tschernobyl 1986 einen alternativen Lebensstil pflegt. 

«Alles was ich habe, passt in eine Waschmaschine. Darum ist auch alles weiss.»

Screenshot: Youtube

Mit all den Inspirationen hat der Dokumentarfilm auch auf Gilles und Leander Goetsch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In ihrem Leben haben sie ein paar Dinge geändert:

«Ich habe alle Kleider weggegeben, die ich nicht mehr brauche. Jetzt hab ich nur noch Lieblingskleider.»

Einer von ihnen hat den Töff gegen einen Roller eingetauscht, der andere geht seltener in den Ausgang. Die Brüder arbeiten nun selbstständig und können sich als digitale Nomaden probieren – wenn sie Lust darauf haben. Und manchmal verzichten sie auch einfach nur auf die kleinen Dinge:

«Ich war kürzlich im Apple-Store... 
...
...
und habe nichts gekauft.»

Von Matthias Gräub, veröffentlicht am 24/03/2019