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Total überflüssige Produkte in Schweizer Supermärkten

«Klar brauche ich diese Turbomotor-Nagelschere, die zusätzlich die Top-Ten der Billboard-Charts aus dem Jahr 1987 spielt!»

Kennt Ihr Chindōgu, diese in den 1980er Jahren entstandene Kunst, die darin besteht Objekte zu erfinden, die auf den ersten Blick brauchbar erscheinen, aber in Wirklichkeit so nützlich (also unnütz) sind, wie die Aktionen der Politiker zur Rettung unseres Planeten?

Regenschirme für Schuhe, Toilet Roll Hats, Butter-Sticks... Die Erfindungen wollen sich allesamt über unseren Konsumwahn lustig machen.

Auch in den Schweiz findet man in den Supermärkten vollkommen überflüssige Objekte. Oftmals sind sie aus Plastik hergestellt und spiegeln eine konsumorienterte Ideologie wider. Wir haben uns in ein paar Läden der Innenstadt umgesehen und sind der Reihe nach auf einen Salat-Schneider, einen Apfelschäler mit Kurbel und einen Flaschenöffner aus Plastik gestossen. Ja, richtig gehört, aus Plastik.

Um auf der Öko-Welle mitzusurfen, versuchen die grossen Supermärkte sogar, Objekte aus Glas durch Plastikimitate zu ersetzen. So gibt es z.B. wiederverschliessbare Plastikbeutel in Form von Weckgläsern.

Diese Vorgehensweise wird als Greenwashing bezeichnet. Dem Chindōgu ergeht es anscheinend wie den Fabeln von Orwell, wo die Kunst das Lächerliche anprangert, was dann in unserem Alltagsleben aber leider zur Norm wird.

©Konbini

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Von Régine Bucher, veröffentlicht am 22/03/2019