Sex, Tod und Harry Potter: Unsere Tipps für die Basler Museumsnacht

Am 18. Januar wird Basler Nachtschwärmern Kultur eingetrichtert. Bis zwei Uhr Morgens sind die Museen der Stadt offen und machen mit kurligen Programmpunkten gwundrig.

An einem Freitagabend haben wir normalerweise besseres vor, als uns staubige Skulpturen und verblasste Gemälde im Museum anzuschauen. Aber am 18. Januar machen wir eine Ausnahme. Dann findet in Basel die Museumsnacht statt. in 36 Kulturhäusern in der Stadt (und drumherum) finden bis um 2 Uhr Morgens Führungen, Konzerte und Mitmachaktionen statt. Für alle unter 26 Jahren ist das Ganze übrigens gratis.

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Das Programm sieht vielversprechend aus. Die meisten Beschreibungen lassen viel Interpretationsspielraum. Trotzdem: Wir tun unser bestes und verraten unsere zehn Favoriten für die Basler Museumsnacht.

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1. Erstmal aussehen wie ein Zombie

Im Anatomischen Museum wird versprochen: «Make-up-Artisten schminken dir eine echt wirkende Verletzung.» Ist das für Kinder gedacht? Egal. Wir lassen es uns nicht entgehen und lassen uns einen Zombie-Look aufschminken. Oder besser eine Narbe à la Tyrion Lannister?

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2. Graffiti an die Klagemauer

Dann gehts ab ins Jüdische Museum. Oder besser gesagt: Davor. Hier versuchen wir uns in Streetart an der Museumswand. Die Organisatoren fordern uns nämlich auf: «Hinterlassen Sie Ihre Botschaft auf Hebräisch, Arabisch oder Schwyzerdütsch für das neue Haus.» Da lassen wir uns nicht zweimal bitten.

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3. In High Heels gegen Sparta!

Die Fachstelle Archäologische Bodenforschung des Kantons will beweisen, dass sie nicht so langweilig ist wie ihr Name vermuten lässt. Zusammen mit dem Schuhmuseum Lausanne gibt sie einen Überblick über «5000 Jahre Schuhgeschichte». Uns interessiert, ob schon die alten Römerinnen Stögelischuhe anhatten und ob Jesus wirklich Birkenstöcke trug.

4. Probeliegen im Sarg

Die Sammlung Friedhof Hörnli schnitzt einen Sarg. Aus einem Baum. Es werden nicht etwa Bretter zusammengenagelt, nein, die nehmen eine ganze Föhre und höhlen sie aus. «Die alte Kunst der Sargbaumschnitzerei» nennen sie das. Davon haben wir noch nie gehört, drum schauen wir vorbei. Wie es sich darin wohl liegt? Wer so bestattet wird, hat jedenfalls grosse Chancen, als Eichhörnchen wiedergeboren zu werden.

5. Üble Sache, Maloney!

Wo ein Sarg ist, muss irgendwo auch eine Leiche sein. Und vielleicht sogar ein Kriminalfall. Wir gehen bei Michael Schacht alias Philipp Maloney nachfragen, der liest im Cartoonmuseum aus einem Krimi vor. So geht das!

6. Znüni näh

Allmählich haben wir ein Hüngerchen. Wir schnappen uns einen Snack und verdrücken ihn zum Gebrummel von Endo Anaconda. Der Stiller-Has-Frontmann ist längst genauso ein Schweizer Kulturgut wie Philipp Maloney. Er gibt im Musikmuseum zusammen mit Bandkollege Roman Wyss Songperlen zum besten. 

7. Und danach die Siesta

Voller Magen, Zeit für ein Nickerchen. Wobei, schlafen können wir noch früh genug. Wir haben noch einiges zu sehen – und zu hören. Was es mit der Installation «Boum Tchak Bam» auf sich hat, wissen wir nicht. Aber es gibt dort «übergrosse, farbige Klangschaukelstühle». Klangschaukelstühle! Gekauft!

8. Nächtliches Gekreuche

Gestärkt und erholt machen wir uns an den Endspurt. Erst nach Mitternacht präsentiert das Pharmaziemuseum «Mikroben bei Nacht». Wir haben keine Ahnung, was Mikroben in der Nacht anders machen als tagsüber. Leuchten sie? Fressen sie uns von innen auf? Planen sie, die Weltherrschaft an sich zu reissen? Wir sind nicht ganz sicher, ob wir's wirklich herausfinden wollen.

9. Hogwarts oder Hellas?

Hätten wir uns statt der Zombieschminke besser eine Blitznarbe auf die Stirn malen lassen sollen? Egal. Wir schwingen uns auf unseren Hippogreif und landen in der Skulpturenhalle, pünktlich auf die Präsentation «Harry Potter und die mythischen Fabelwesen der Antike». Dort finden wir heraus, welche Vorbilder die Biester aus dem Potter-Universum in der realen (Fabel-)Welt haben.

10. Happy End

Wir haben Sex versprochen. Also gibt's zum Abschluss auch Sex. «Mitternachtsfantasien: Derb-Erotisches aus der Antike» heisst der Vortrag, den wir um 1 Uhr Morgens im Antikenmuseum besuchen. Und als ob es noch erwähnt sein müsste, schreiben die Organisatoren darunter: Nicht jugendfrei. Wir sind gespannt, wie bunt es die alten Griechen trieben.

Von Matthias Gräub, veröffentlicht am 12/01/2019

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