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Rivella, Armee und Billag: Eine Amerikanerin berichtet von der Schweiz auf YouTube

Die Swissitude ist von aussen betrachtet noch viel schöner!

Das Verhältnis zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten war schon immer eine Mischung aus gegenseitiger Bewunderung und Verachtung. Wenn also eine Amerikanerin hier ankommt, um sich dauerhaft bei uns niederzulassen, ist es ganz natürlich, dass sie von den vielen kleinen Dingen, die unser tägliches Schweizerisches Leben ausmachen, ziemlich erstaunt ist. Und da wir mittlerweile im Jahr 2019 angelangt sind, spricht sie darüber auf YouTube. Das Ergebnis sind dann eine Reihe von sehr lustigen englischsprachigen Videos.

Nachdem Sarah, eine Amerikanerin aus Wisconsin, während eines akademischen Austauschs die Liebe am Ufer des Vierwaldstättersees gefunden hat, beschloss sie, sich in der Schweiz niederzulassen, um bei Matthias, ihrem schweizer Freund zu leben. Als erfolgreiche Youtuberin mit mehr als 189.000 Abonnenten entschied sie sich dann, einen Zweitkanal mit dem Namen «How to Switzerland» zu eröffnen, um über ihre Lebenserfahrung in Luzern und in Zürich zu sprechen, wo sie nachfolgend wohnte.

Cervelas und Guggenmusik

In mehr als siebzig Videos überprüft Sarah die Klischees über die Schweizer: Sind wir zu langweilig? Zu reich? Zu starr? Sie interessiert sich auch für unsere illustre kulinarische Kultur, indem sie ihre Entdeckung von Rivella, Cervelas und Radler heraufbeschwört. Ja, in der Schweiz kann man Limonade ins Bier geben, ohne direkt aus der Bar geworfen zu werden. Tatsächlich begann die Amerikanerin, die sich von Coca-Cola ernährte, nach dem Schockstadium die Rivella zu lieben und «Coop» und «Migros» mit schweizerisch-deutschem Akzent auszusprechen.

Kulturelle Unterschiede zeigen sich am deutlichsten, wenn sie ihr Erstaunen darüber erklärt, dass sie so viel für Billag oder Krankenversicherung bezahlen muss. Diese Rechnungen tun allen weh, auch ihr, aber sie sind Teil dessen, wie wir über das Prinzip der Solidarität in der Schweiz denken.

Neben den Unterschieden in den Steckdosen und Milchverpackungen verfolgen wir gerne die Abenteuer der fast aufgeschlossenen Amerikanerin vor dem Prinzip der Guggenmusik oder Pferdefleisch. Die Entdeckung der Schweizer Kultur ist für sie eine tägliche Verzauberung, die uns daran erinnert, wie viel Glück wir eigentlich haben, in dieser kleinen paradiesischen Ecke zu leben.

Stellt sich jedoch die Frage, ob ihre Erfahrung in der Schweiz genauso bezaubernd gewesen wäre, wenn Sarah als Flüchtling aus einem Land im Krieg und nicht aus einer westlichen Nation gekommen wäre.

Von Régine Bucher, veröffentlicht am 15/07/2019

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