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Kommt Banksy nach Zürich? Die Photobastei sagt: «vielleicht»

Das Fotojahr 2019 fängt in Zürich mit Punk an. Von Iggy Pop über indonesischen Punk bis hin zum Strassenkünstler Banksy. Nur das Covergirl fehlt noch.

Es ist das vielleicht berühmteste Graffiti der Welt. Spätestens, seit das kleine Graffiti-Mädchen mit dem roten Ballon sich im Oktober an einer Auktion selbst zerstörte, kennt wohl jeder das Werk des Street-Art-Künstlers Banksy. Genau dieses Mädchen soll auch eins der Highlights der kommenden Punk-Ausstellung in der Zürcher Photobastei werden. Das schreiben zumindest die Organisatoren der Ausstellung mit dem Titel «Raw Power», die vom 10. Januar bis Anfang März zu sehen sein wird. 

Auf der Facebook-Seite der Vernissage lockt die Photobastei sogar mit der Aussicht auf ein Rencontre mit dem legendären, aber noch immer anonymen Graffiti-Papst Banksy:

«Banksy soll offenbar an diesem Abend vorbeischauen, so wurde uns auf informellem Wege mitgeteilt. Wir wissen nicht, ob Banksy oder der Bote ein Spassvogel ist. Jedenfalls wird es penible Eingangskontrollen geben: Remote Controller werden beschlagnahmt! Wir sind schliesslich nicht Sotheby's!»

Damit nehmen die Organisatoren natürlich Bezug auf die Schredder-Aktion im Londoner Auktionshaus. Ob Banksy nun persönlich in Zürich auftauchen wird oder nicht, werden wir wohl nie erfahren – zu erkennen wird er sich kaum geben. Zu hoffen ist aber, dass seine Werke bis zum 10. Januar tatsächlich hängen werden. Die Photobastei konnte uns nämlich bisher keine Banksy-Bilder zeigen. Die Bilder stammen übrigens aus der Schweizer Neumann-Hug Collection. Photobastei-Direktor Romano Zerbini verspricht aber auf Rückfrage, dass das schon noch wird.

Skandalpunk, Exotenpunk

Ob mit oder ohne Banksy – die Punk-Ausstellung in der Photobastei verspricht ein paar echte Leckerbissen für Fans. Etwa die Bilder des Berliner Fotografen und Türstehers Sven Marquardt. Oder Aufnahmen des Godfather of Punk, Iggy Pop, der mit seiner Band The Stooges die skandalträchtige Punk-Bewegung prägte.

Iggy Pop bei einem Stooges-Konzert in Los Angeles, 1970. © Ed Caraeff / Morgan Media Partners

Einen ganz interessanten Einblick in eine gar exotische Ecke des Punks gibt die Basler Fotografin Eleni Kougionis. Sie tauchte 2015 in die Punk-Szene auf der indonesischen Insel Java ein und zeigt: Die gehen ganz gut ab!

Punk auf Indonesisch. © Eleni Kougionis

Nicht in Indonesien, sondern in China hat sich die Zürcherin Martina Strul in die Punkszene verliebt – und zeigt ihre Bilder an der Ausstellung. Und der Hamburger Olaf Ballnus zeigt, wie er sich in den Achtzigerjahren durch die Konzertsäle (West-)Deutschlands kämpfte, um das perfekte, wenn auch absolut schweissgetränkte, Foto zu knipsen.

Publikum während King Kurt Konzert im ODEON, Münster 1984. © Olaf Ballnus

Von Matthias Gräub, veröffentlicht am 05/01/2019