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Vergewaltigung durch Fahrlässigkeit: Schwedisches Gericht erteilt erste Verurteilung

Das Konzept der fahrlässigen Vergewaltigung wurde am 1. Juli 2018 durch ein neues Gesetz eingeführt.

Wie Courrier international berichtete, erliess der Oberste Gerichtshof Schwedens am Donnerstag, 11. Juli, die erste Verurteilung wegen fahrlässiger Vergewaltigung. Ein Begriff, der sich auf Fälle bezieht, in denen der andere seine Nicht-Zustimmung zur Handlung nicht ausdrücklich zum Ausdruck gebracht hat.

Der 27-Jährige und der Teenager haben vor dem Treffen zunächst Kontakt in den sozialen Medien aufgenommen. Als er darum bat, die Nacht in ihrem Haus zu verbringen, soll die junge Frau zwar zugestimmt, aber auch klargestellt haben, dass sie keinen Sex mit ihm haben wollte, worauf er trotzdem eine Beziehung eingehen wollte. Sein Opfer bewegte sich unter Schock nicht und sprach auch nicht, was für den Gerichtshof der wesentliche Punkt in diesem Fall ist. Der Mann, der sich der Vergewaltigung schuldig gemacht hat, hätte eine Frage stellen oder auf eine Reaktion der Frau warten müssen.

In seinem veröffentlichten Bericht begründet das schwedische Gericht seine Entscheidung damit, «dass die Klägerin und der Täter sich in dasselbe Bett legten und nur in Unterwäsche gekleidet waren, was nicht bedeutet, dass die Klägerin bereit war, irgendetwas Sexuelles zu tun.»

Der Mann hat sie vergewaltigt, aber es gibt keine Beweise dafür, dass er sich dessen bewusst war. Es ist also fahrlässige Vergewaltigung. Er wurde zu acht Monaten Haft verurteilt, mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten wegen anderer Fälle von Vergewaltigung und Sexualdelikten.

Ein Jahr, nachdem der Begriff der fahrlässigen Vergewaltigung gesetzlich verankert wurde, wird diese Entscheidung ein Meilenstein in der schwedischen Rechtsprechung sein, indem sie die Notwendigkeit einer aktiven und ausdrücklichen Zustimmung endgültig einschliesst.

Von Chayma Soltani, veröffentlicht am 16/07/2019

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