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Bon Iver veröffentlicht sein neues Folk-Album schon früher und es fühlt sich gut an

Weit weg von seinen experimentellen Wanderungen kehrt Justin Vernon zu seinen Folk-Wurzeln zurück. Ob's euch gefällt oder nicht.

Nachdem er sich für das traurige (und wunderschöne) For Emma, Forever Ago (2008) in die Wälder der Wisconsin-Wälder zurückgezogen hatte, hatte Justin Vernon Spass daran, die Fantasiewelt zu erzählen, in der er mit Bon Iver, Bon Iver (2011) lebte, bevor er sich für 5 Jahre zurückzog und uns dann 22, A Million im Jahr 2016, ein sehr experimentelles Album, schenkte, auf dem der Künstler seine Stimme mit einem Paket von Maschinen vermischte. Eine Reise, die nicht überall gleich gut ankam.

Wir vermuteten bereits, dass der Amerikaner zu seiner ersten Liebe zurückkehren würde, und Singles herausbringen würde, um sein nächstes Projekt anzukündigen. Drei Wochen vor dem ursprünglichen Termin bringt er nun i,i,, einen tiefen Folk-Tauchgang, heraus und zeigt uns damit, was das Rezept Bon Iver eigentlich ausmacht.

Darauf finden wir alles: Seine mysteriösen, aber zutiefst poetischen Texte, seine typischen Arrangements, sein unter tausenden erkennbarer «Sound», die Dehnung und Ausschöpfung seiner Stimme, aber auch die Rückkehr von Akustikgitarre, Klavier und sogar Mundharmonika, immer umgeben von seinen abertausenden Maschinen und anderen Synthesizern.

Aber er ist nicht allein. Wie bereits in der Vergangenheit hatte sich der Musiker mit anderen zusammen getan. Diesmal bekommen die Gäste ihren Platz und sie lassen nicht nur einen kleinen Vers los. Dazu gehören James Blake, Jenn Wasner von Wye Oak, Moses Sumney, die Dessner-Brüder von The National, Bruce Hornsby und sogar Wheezy. Schöne Menschen, die Vernon bei seiner Rückeroberung begleiten.

Auch wenn er mehr Herz und Energie hineinzustecken scheint als je zuvor, kann es auch mal vom Guten zu viel sein und in klischeehafte Teile des Pop versinken. Aber das spielt keine Rolle. Das Vergnügen, Vernon hier zu finden, reicht aus, um diese Platte zu denjenigen dazuzuzählen, die wir in den nächsten Monaten am meisten hören werden, egal ob es am Ende des Sommers grau ist oder wir eine schöne Wintersonne haben werden.

Von Arthur Cios, veröffentlicht am 09/08/2019

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