Argentinien : Recht auf Personenstand ohne Vermerk der Geschlechtszugehörigkeit

Statt Eintrag zur Geschlechtszugehörigkeit, ein simpler Strich.

Buenos Aires : Zwei Studentinnen der Mocha Celis Schule, die eröffnet wurde, um gegen die Diskriminierung von Transmenschen zu kämpfen. Im Zentrum stehen dort Pluralität der Geschlechter, Sexualitäten und Kulturen. (©Anika Reker/Picture alliance via Getty Images)

In Le Monde kann man nachlesen, dass es zwei argentinischen Personen aus Mendoza am 1. November gelungen ist, ihren Personenstand mit dem Vermerk « unbestimmte Geschlechtszugehörigkeit" eintragen zu lassen. In einem Interview mit der argentinischen Tageszeitung Clarin erklärt einer der beiden betroffenen Personen, Gerónimo Carolina Gonzalez Devesa : "Sie können mich nennen, wie Sie wollen. Entweder Gerónimo oder Carolina."

Gerónimo Carolina hatte mit Eleonora Lamm Kontakt aufgenommen, welche in Jura und Bioethik promoviert und stellvertretende Leiterin für Menschenrechet am Gericht für Mendoza ist. Von ihr hat er erfahren, dass er das Recht hat, beim Erfassen des Personenstands weder das weibliche noch das männliche Geschlecht eintragen zu lassen. Eleonora Lamm hat sich auch um die zweite Person mit dem gleichen Anliegen gekümmert.

Seit Mai 2012 ist es in Argentinien legal, beim Personenstandseintrag das Geschlecht seiner Wahl eintragen zu lassen, und zwar völlig unabhängig von dem bei der Geburt "zugewiesenen Geschlecht" und rechtlichen oder medizinischen Interventionen. Ab 2015, also drei Jahre später, wurden Kosten für chirurgische Eingriffe und Hormonbehandlungen als Teil der gesetzlichen Gesundheitswesens übernommen.

Den Alltag von Transmenschen in Argentinien hat der Fotograf Kike Arnal dokumentiert. Er interessiert sich dafür, wie die LGBTQ+-Communities in diesem lateinamerikanischen Land leben. Denn auch wenn die "Ehe für alle" dort legalisiert wurde, bleibt Argentinien eine Nation, in der die katholische Religion sehr präsent ist.

Kürzlich berichtete Jasmin gegenüber Konbini news von ihrer/seiner Transidentität. Jasmin wurde als Frau geboren, fühlt sich nicht als Frau, aber auch nicht als Mann.

Von Astrid Van Laer, veröffentlicht am 05/11/2018