Ab sofort könnt ihr digitale Kleidung auf Instagram kaufen

Eine verrückte Initiative, die wir dem skandinavischen Label Carling verdanken.

Nach der Entstehung von Accounts, die von künstlichen Intelligenzen wie Lil Miquela, Perl oder Blawko geführt werden, taucht Instagram noch tiefer in die virtuelle Welt ein.

Wie der Journalist Jake Hall in einem Artikel für i-D, berichtet, hat der schwedische Store Carling gerade eine Kollektion von "digitaler Kleidung", einer Reihe von Jacken, Sweatshirts und anderen futuristischen Hosen, auf Instagram gepostet, die virtuell für ein paar Dutzend Euro getragen werden können.

"Dies ist ein digitales Produkt, das nur auf Fotos angewendet wird, ihr werdet keine physische Version dieses Kleidungsstücks erhalten", wird im E-Shop hingewiesen, was noch mehr Verwirrung um das Produkt stiftet.

Carling bezeichnet die Kollektion als "die erste digitale Modekollektion der Welt", deren Gewinne an die WaterAid-Organisation gezahlt werden. In Schweden hat das Konzept bereits viele Anhänger gefunden, darunter die Künstlerin und Aktivistin Arvida Byström, Rapper Larry, Designerin Jirka Vins Jonatan Väätäinen oder Sängerin Little Jinder.

"In den letzten zehn Jahren hat sich die Mode von der Straße in soziale Netzwerke bewegt ", erklärte Morten Grubak, Creative Director der Agentur Virtue Nordic, die an der Kampagne dieser E-Kleidungsstücke gearbeitet hat. "Eine Plattform wie Instagram ist nun ein virtuelles Podium für Tausende von Menschen, die sich auf unglaubliche Weise ausdrücken können. Sie treiben Mode mit Lichtgeschwindigkeit voran."

Eine Lösung gegen den wachsenden Textilkonsum?

Für Morten Grubak liegt das Interesse an diesen Kleidern in 3D in den vielen Vorteilen, die sie mit sich bringen: Sie würden nicht nur dazu beitragen, die Modebranche zu "demokratisieren", indem sie es Menschen aus jedem sozialen Umfeld und unabhängig von der Körperform ermöglich, Designerkleidung zu einem geringeren Preis zu tragen.Darüberhinaus hat diese Kleidung in einer Zeit, in der die Vermarktung durch Influencers den Verbrauch von Textilien massiv beschleunigt hat, keine negativen Folgen für den Planeten hinterlässt. "Be creative without leaving a negative footprint on the world", kann man an anderer Stelle auf der Carling-Seite lesen.

"Wir sehen diese Kollektion als eine Lösung unter vielen anderen", fährt Morten Grubak fort, was die positiven Auswirkungen angeht, die dieser digitale Kleiderschrank haben könnte.  "Keine Modemarke kann [das Problem des Überkonsums] alleine lösen, aber jede Marke hat eine Verantwortung zu tragen. Dieses Projekt zielt darauf ab, sie zu pushen und sie zu inspirieren, anders zu denken.  "

Ein Projekt, das eine Veränderung in der Art und Weise, wie wir produzieren und konsumieren, einleiten soll, auch wenn, wie der Journalist Jake Hall in seinem Artikel betont, "wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten, Rassen-und Geschlechterdiskriminierung, Überkonsum und die Abwertung von Objekten sicherlich nicht virtuell gelöst werden können – wir müssen in der Wirklichkeit ansetzen und unsere Denkweise verändern."

Von Naomi Clément, veröffentlicht am 30/11/2018