Über 7.000 Schweizer Künstler protestieren gegen "No Billag"

Eine Petition wurde in Gang gebracht, und hat es bereits auf 7000 Unterschriften geschafft.

(© Emmanuelle Fournier-Lorentz/Konbini)

Was haben Brigitte Rosset, Stress, Stephan Eicher und Ursula Meier gemeinsam? Sie haben eine Petition zur Ablehnung der No Billag-Initiative unterzeichnet. Mehr als 7000 Persönlichkeiten rufen, in einem auf der Webseite No Culture veröffentlichten Text, dazu auf, am 4. März "Nein" zu wählen. An diesem Tag entscheiden die Schweizer über die Abschaffung (oder eben Nicht-Abschaffung) der Fernseh- und Radio-Gebühren, für die jeder Schweizer Haushalt jährlich 451 Franken zahlen muss.

Die No-Billag-Initiative, deren Ziel es ist diese Gebühr zu streichen und so der Schweizerischen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft (SRG) ihre wichtigsten finanziellen Ressourcen zu entziehen, wird von einem Teil der Konservativen unterstützt. Anfang Dezember ergab eine von Le Matin Dimanche und der SonntagsZeitung veröffentlichte und stark kritisierte Online-Umfrage, dass 57% der Befragten Schweizer das Ende dieser Lizenzgebühr befürworten.

Falls die Initiative angenommen wird, sind die Aussichten für die öffentlichen Medien düster, die die Entfernung von 60 Radio- und Fernsehsendern befürchten, und insbesondere das Verschwinden unabhängiger Informationen. Mehr als 13.000 Arbeitsstellen wären gefährdet. Der Text der Petition unterstreicht das "gefährliche staatliche Monopol", das sich aus der Abschaffung dieser Gebühr ergeben würde, stellt aber auch fest, dass "die SRG nicht perfekt ist und dass der öffentliche Dienst ein Thema ist, das mehr diskutiert werden sollte".

Derzeit unterstützen mehr als fünfzig Vereine, Stiftungen und Organisationen die Petition der Schweizer Künstler.

 

 

Von Emmanuelle Fournier-Lorentz, veröffentlicht am 09/01/2018