China möchte Benzin-Autos völlig verbieten

Der chinesische Minister für Industrie und Informationstechnologie sprach auf einer Konferenz über  das Ende der Kraftstoff verbrauchende Fahrzeuge. Dies ist ein weiterer großer Schritt in Chinas Kampf gegen die Luftverschmutzung.

Stau und Smog in Peking. (© Safia Osman/Flickr)

Der stellvertretende chinesische Minister für Industrie und Informationstechnologie Xin Guobin hat an diesem Wochenende für Aufsehen gesorgt. In einer Konferenz über die Automobilindustrie in Tianjin (das 100 Kilometer südöstlich von Peking liegt) kündigte er das Ende des Verkaufs und der Produktion von Kraftstoff verbrauchende Fahrzeuge an:

"Einige Länder haben bereits eine Strategie für das Verbot der Produktion und des Verkaufs traditioneller Benzin-Autos festgelegt […]. Die Abteilung hat auch eine wichtige Studie über das Thema eingeleitet und arbeitet mit den beteiligten Ministerien an einem Zeitplan. Diese Maßnahmen werden sicherlich tiefgreifende Veränderungen in der Entwicklung unseres Automobil-Sektors bewirken", übersetzt Reuters.

Während Großbritannien und Frankreich beispielsweise bereits angekündigt haben, dass sie die Produktion neuer Benzin-und Diesel-Pkw ab 2040 beenden wollen, so hat Xin Guobin noch keine Deadline gesetzt. Und aus gutem Grund: China ist einer der Führer des Automobil-Marktes mit 28 Millionen verkauften Autos im letzten Jahr (rund ein Drittel der weltweiten Produktion) wie die Zahlen von Mashable zeigen. Dieser Paradigmenwechsel erfordert daher eine wirkliche Planung.

Eine drastische Bekämpfung der Luftverschmutzung

Diese Entscheidung folgt einer Reihe weiterer Maßnahmen, die China ergriffen hat, um die gewaltigen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu bekämpfen. Das Land hat bereits den alternativen Verkehr eingerichtet und verbietet schweren Fahrzeugen den Verkehr an Tagen hoher Luftverschmutzung.

Aus diesem Grund wird im Rahmen des Verbots von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen auch alle Fahrzeuge, die Elektrizität verbrauchen, durch staatliche Subventionen massiv finanziert: Mehr als 500.000 saubere Fahrzeuge (davon 350.000 Autos) wurden auf dem chinesischen Markt im Jahr 2016 hergestellt und 800.000 Terminals zum Wiederaufladen der Fahrzeugen sollen bis Ende des Jahres eingerichtet werden. Das Land zögert nicht, auf Alternativen wie Fahrräder zurückzugreifen oder sogar Unternehmen mit einer Steuer auf industrielle Umweltverschmutzung zu bestrafen.

Dennoch glaubt Xin Guobin, dass diese Übergangsphase von verschmutzender zur sauberen Automobilindustrie bis 2025 eine "turbulente Periode"  sein wird und hat die Automobilhersteller des Landes aufgefordert, sich dieser Herausforderung zu stellen und seiner Strategie zu folgen. Das Land bereitet sich bereits darauf vor, eine Quotenregelung für die Herstellung von sauberen Fahrzeugen festzulegen. Beobachter sehen auch, dass ein Verbot des Verkaufs von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen erhebliche Auswirkungen auf die Öl-Nachfrage in China haben könnte.

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