Können wir während der Hitzewelle zu Hause bleiben?

Die Antwort lautet (leider) nein. Aber es gibt dennoch ein paar Dinge, auf die Angestellte Anspruch haben.

© Unsere kleine Farm / NBC

Die Schweiz gibt ungern Regeln vor, besonders wenn es um Arbeit geht. Kein Wunder also, dass es kein Gesetz gibt, das Arbeit verbietet, wenn die Hitze knallt und sogar unsere Computertastatur zu schwitzen beginnt.

Die Hitzewelle ist kein harmloses Phänomen. Sie verursacht Ermüdung, Konzentrationsmangel und Hitzschläge. Laut SUVA steigen die Unfälle bei Hitzewellen um 7%, und es gibt allein in der Schweiz jedes Jahr 1000 Krebsfälle aufgrund berufsbedingter Sonneneinstrahlung. Gleichgültigkeit ist diesbezüglich also mehr als unangebracht.

In Deutschland gibt es ab 25°C Hitzefrei

In Deutschland sieht das Gesetz eine Arbeitsunterbrechung vor, wenn die Temperatur 35°C überschreitet und eine Verringerung auf 6 Stunden pro Tag ab 27°C. Deutsche Schulen haben ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Wenn es um 11 Uhr in einem Schulraum über 25°C warm ist, werden die Schüler entlassen.

In der Schweiz sind die Maßnahmen vergleichsweise wenig streng. Der Arbeitgeber muss sich dem Gesetz zufolge bemühen, die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen und Unfälle zu vermeiden. Im Falle einer Hitzewelle muss der Arbeitgeber daher für Schatten in den Räumlichkeiten sorgen, Arbeitszeiten verschieben, um vor UV-Strahlen zu schützen, Hautschutz, Erfrischungen und angemessene Kleidung bereitstellen. Good news: Auch eine stündliche Pause von mindestens 5 Minuten muss gewährt werden.

Nur werden diese Hitzewellen jedes Jahr häufiger und in Europa ist man diese Temperaturen eben nicht gewohnt. Wenn das so weitergeht, könnten z.B. von den Gewerkschaften Gesetzesentwürfe vorgelegt werden, wobei die Frage offen bleibt, ob Arbeitnehmer sich über extreme Arbeitsbedingungen beschweren oder diese anprangern können. Theoretisch ja, aber haben wahrscheinlich Angst, im Gegenzug ihre Stelle zu verlieren... und ziehen es deswegen vor, bis September zu warten und auf Regen zu hoffen.