Revolutionär: Die Universität Neuenburg schreibt alle Statuten in weiblicher Form

Die Leitung der Universität Neuenburg hat alle Statuten feminisiert. Eine starke Geste: Zum ersten Mal siegt das Weibliche über das Männliche.

Auszug aus dem Clip "Les Passantes" von Charlotte Abramow. (© Mercury Music Group)

Die neuen Statuten der Universität Neuenburg, die soeben überarbeitet wurden, sorgen für Aufruhr. Diese sind nämlich ausschließlich in der weiblichen Form geschrieben: Es gibt daher nur "Studentinnen", "Professorinnen" und "Ärztinnen", unabhängig vom Geschlecht der fraglichen Person.

Arcinfo hatte diese Neuigkeiten am 30. Mai enthüllt und selbstverständlich ließen die Reaktionen in den sozialen Netzwerken nicht lange auf sich warten. Diese Neuheit ist auf jeden Fall revolutionär in der Schweiz und ganz besonders in einer Institution wie der einer Fakultät. Sie wurden von der Versammlung der Universität Neuenburg verfasst und vom Rat der Universität genehmigt.

Das Ziel? "Ein Thema, das oft nicht mehr als eine nette Erklärung von Prinzipien ist" voranzutreiben und zum Nachdenken anregen, erklärte Yousra Boumasmoud (Student und Präsident der Versammlung der Universität Neuenburg) und Professorin für Recht Andre Kuhn (ja, nun eine "Professorin").

Die amtlichen Texte sind seit 2015 im Kanton Neuenburg so zu formulieren, dass die Gleichstellung der Geschlechter respektiert wird. Aber "geschlechtsneutrale Sprache liest sich in der Regel maskulin und viele Texte (Gesetz über die Polizei, Gesetz über die kantonale Bank, allgemeine Vorschriften der Gymnasien etc.) sind noch in männlicher Form geschrieben", unterstreichen Yousra Boumasmoud und Andre Kuhn gegenüber dem Magazin.

Theoretisch ist ihr Ansatz möglicherweise nicht ganz legal, aber beide Wissenschaftler weisen darauf hin, dass der Feminismus dank "jüngster bisweilen sogar krimineller Ereignisse wieder im Kommen ist." In sozialen Netzwerken gab es trotz Kritiker und ratlosen Reaktionen ( "Ist das ein Witz?") auch viele positive Reaktionen.  "Welch eine Freude, in einer Welt zu leben, die sich bewegt", konnte man insbesondere auch lesen. Tatsächlich.