Fotograf wird in Bangladesch angegriffen und gefeuert, weil er Foto von einem sich küssenden Pärchen veröffentlicht

Jibon Ahmed lebt als Fotograf in Bangladesch. Letzte Woche veröffentlichte er ein Foto zwei im Regen sitzender und sich küssender Studenten.

Als er das Foto von einem auf einer Bank sitzenden Liebespärchen veröffentlichte, ahnte Jibon Ahmed nicht, dass dies seine Entlassung und die Entfesselung gewalttätiger Angriffe zur Folge haben würde. Kaum hatte er sein Foto auf Facebook gepostet, entließ ihn sein Arbeitgeber, das bangladeschische Medium Purboposhchimbd.

Dieses Foto mit dem Titel "Songs of rains — let love be free" löste zwar viele positive Reaktionen aus, aber feindseligen Kommentaren von Menschen, die das Foto für unanständig hielten, nahmen schnell überhand. Das Land wird von einer muslimischen Partei regiert, deren Gesetz diese Art von Darstellung als schamlos verurteilt.

Die von den Konservativen des Landes ausgelöste Kontroverse führte zu zahlreichen Debatten und Anschuldigungen gegen Ahmed. Dabei wurde dem Fotografen vorgeworfen, seine deontologischen Pflichten als Fotograf missachtet und das Foto künstlich inszeniert zu haben oder das Foto ohne die Genehmigung des Pärchens publiziert zu haben.

Neben verbaler Gewalt und moralischer Belästigung wurde der Fotograf auch Opfer eines körperlichen Angriffs. Trotz all dieser Feindseligkeit lässt sich Ahmed nicht unterkriegen und erklärt, dass er es nicht dulden kann, Opfer der Moralpolizei seines Landes zu werden - weder er als Person noch seine Kunst. Uns erscheint das nur zu normal, erfordert aber viel Stärke und Mut in einem Land, das sehr konservativ regiert wird und wo es verboten ist, auf der Straße Händchen zu halten.