Emilia Clarke, aka Daenerys, spricht über Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen

Durch die Time's Up-Bewegung wird die Hollywood-Industrie von einer echten Bewusstseinskrise erschüttert, und Schauspielerinnen achten mehr denn je auf Lohngleichheit.

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Emilia Clarke war zur Promotion des letzten Prequels der Star-Wars-Saga, Solo: A Star Wars Story zu den Filmfestspielen nach Cannes gekommen. Während eines Interviews für Variety kam sie auch auf die Bewusstwerdung zu sprechen, die seit der Gründung der Time's Up-Initiative in der gesamten Entertainment-Industrie um sich greift.

Bereits im Jahr 2015 hatte die Schauspielerin Jennifer Lawrence einen Essay mit dem Titel "Why Do I Make Less Than My Male Co‑Stars?" ("Warum verdiene ich weniger als meine männlichen Co-Stars?") geschrieben und in Lenny, Lena Dunhams engagierter Newsletter veröffentlicht. Aber wie es der Hollywood Reporter zu Recht unterstreicht, wurde das Thema damals weniger ernst genommen. Heute ist eine kleine Revolution im Gange, und die Darstellerin von Daenerys findet die jüngsten Enthüllungen über Lohndisparitäten zwischen Männern und Frauen bei gleicher Arbeit "schockierend, absolut schockierend".

Emilia Clarke beruhigt allerdings sofort ihre Fans: "Bei Game of Thrones wurde ich immer genauso wie meine männlichen Filmpartner bezahlt. Es war mein erster Job, und ich wurde auf meiner Lohnabrechnung nicht diskriminiert, weil ich eine Frau war."

Allerdings darf man nicht vergessen, dass beim Start von Game of Thrones im Jahr 2011 die meisten Headliner noch unbekannt waren und wenig Erfahrung hatten. Alles wird komplizierter, wenn Popularität und Karriere ins Spiel kommen. Dann beginnen nämlich harte Verhandlungen, die oft zu Ungunsten der Frauen, ablaufen, auch wenn diese die Hauptrollen innehaben. Der Fall The Crown ist diesbezüglich ein vielsagendes Beispiel.

Es ist dem Verdienst der Produzenten von Game of Thrones und des Studios zuzuschreiben, dass diese anfängliche Lohngleichheit über all dies Jahre beibehalten wurde. Emilia Clarke bleibt dennoch wachsam, besonders in ihren anderen Jobs, wo die Gehaltsunterschiede immer noch Thema bzw. aktuell sind:

"Wenn man anfängt sich umzuschauen, merkt man sofort, wie der Hase läuft in dieser Branche. Mir scheint also, dass man sich besonders am Anfang der Problematik bewusst sein und sofort nachhaken sollte: 'Können Sie bitte nachschauen? Denn wir haben die gleiche Erfahrung, deswegen sollten wir vielleicht auch...' Wir haben angefangen, uns stärker gegen Ungleichheiten zu mobilisieren."